NACHRICHTEN 2006/2007

In 10 Tagen von Faro nach Malaga
Nach Portugal oder Spanien? Da wollten wir (Guido und Oliver) uns doch gar nicht erst entscheiden und haben gleich beide Länder im Frühjahr 2005 erradelt. Über 800 km fahren wir vom portugiesischen Faro aus, entlang dem Rio Guadiana, inmitten der Weite des Alentejo und durch die spanischen Sierras bis nach Malaga ans Mittelmeer. Die Tourenbeschreibung findet Ihr hier.
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Laguna de Fuente de Piedra
Foto: O. König
8. August 2006
Galiciens brennende Probleme
Mangelnde Prävention durch Strafverfolgung führt zu Waldbränden im Mittelmeerraum

Frankfurt (wwf): Wie in den Jahren zuvor zeigt auch dieser Sommer seine Schattenseiten: Im Nordwesten der iberischen Halbinsel wüten erneut heftige Waldbrände. Nach Einschätzung des WWF in Spanien beläuft sich die Schadenssumme schon jetzt auf ungefähr 500 Millionen Euro. Allein in der Region Galicien seien in diesem Jahr bislang 10.500 Feuer entdeckt worden. Sie vernichteten bereits eine Fläche von rund 42.000 Hektar Wald. Mehr als 80 Prozent der Feuer dürften auf vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen sein, schätzt Félix Romero, Leiter des Forstprogramms beim WWF Spanien.
"Die Behörden versagen bei der Vermeidung der Waldbrände auf ganzer Linie, denn kaum ein Feuerteufel wird zur Verantwortung gezogen. Die Brandstifter wissen, dass sie ungeschoren davon gekommen, und nehmen das Risiko erwischt zu werden bewusst in Kauf", klagt Nina
Griesshammer, Waldexpertin des WWF Deutschland. Nach Ansicht des WWF könnten viele Brände verhindert werden, wenn die - bewusste oder fahrlässige - Brandstiftung stärker als bisher bekämpft würde. Bislang seien die zu erwartenden Strafen und Bußgelder jedoch sehr gering,
sodass Brandstiftung noch immer als Bagatelldelikt angesehen wird. Es reiche nicht, allein auf die aufwändige und kostspielige Bekämpfung der alljährlichen Waldbrände zu setzen. Stattdessen müssten die Feuer von vornherein vermieden werden, und dies funktioniere vor allem durch Aufklärung und eine konsequente Strafverfolgung. "Polizei, Justiz und letztlich die Bevölkerung müssen das Bewusstsein dafür entwickeln, dass es sich bei Brandstiftung um ein Verbrechen handelt. Nur so können die alljährlichen Feuersbrünste bereits im Keim erstickt werden", fordert Félix Romero.
Auch wenn in der Region Galicien immerhin 73 Prozent der Feuer gelöscht werden, bevor sie eine Fläche von einem Hektar erfasst haben, ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Gesamtzahl der Feuer und die verbrannte Fläche deutlich zu reduzieren. Jedes Jahr werden die Mittelmeerländer von rund 50.000 Feuern heimgesucht, denen nach Angaben der FAO aus 2006 etwa 800.000 Hektar Wald zum Opfer fallen - das entspricht der Fläche Korsikas. Statistiken belegen, dass die Intensität der Waldbrände in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist. "Die Wälder in Südeuropa brennen wie Zunder", sagt Nina Griesshammer und führt dies auf die zusätzlichen Stressfaktoren zurück, denen die Wälder mittlerweile ausgesetzt sind. Dazu zählen vor allem im Mittelmeerraum: Wassermangel bis hin zu Dürren und extreme Wetterlagen mit lang anhaltenden hohen Temperaturen.

Foto: O. König

25.07.2006
Weißkopf-Ruderente-Bestände in Spanien

Die Weißkopf-Ruderente zählt zu den seltensten Vogelarten Europas. Ihre Bestände sind unter anderem durch Bastadisierung mit der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Schwarzkopfruderente bedroht. Die Zeitschrift Quercus veröffentlichte nun in ihrer Juniausgabe die neusten Bestandszahlen für Spanien: Zählungen aus 2005 im Auftrag des andalusischen Umweltministeriums ergaben demnach einen Bestand von 2.100 Weißkopf-Ruderenten. 140 Weibchen konnten im vergangenen Jahr ihre Brut erfolgreich großziehen. Aufgrund der ausgebliebenen Niederschläge und dem damit verbundenen austrocknen einiger Brutgewässer bedeutete dies einen leichten Rückgang im Vergleich mit 2004 mit 200 erfolgreichen Bruten.




Foto: Dave-F


01.07.2006
Korkeichen - die Situation spitzt sich zu!

Das, was wir im Naturreiseführer PORTUGAL – Algarve bis Lissabon auf den Seiten 32 bis 34 geschrieben haben (siehe auch rechts), dass der ganz besondere Baum, die Kork-Eiche, durch veränderte Konsumgewohnheiten ernste Probleme bekommen kann, mit ihm die dazugehörende Kulturlandschaft Korkeichen-Dehesa, wurde jetzt auch vom World Wildlife Fourn (WWF) kommuniziert. Die britische Zeitung The Independent zitierte im Mai 2006 eine Studie des WWF, in welcher das Verschwinden von ¾ der Kork-Eichenbestände bis zum Jahr 2016, also innerhalb der nächsten zehn Jahre, befürchtet wird. Ursache ist die zunehmende Tendenz Weinflaschen mit Kunststoffkorken oder Schraubverschlüssen zu verschließen.
Dieser Marktanteil der neuen Verschlüsse wird zunehmen. Der WWF nennt das Beispiel Grossbritannien. Allein in den ersten fünf Jahren des 21. Jahrhundert fiel die Nachfrage nach Stopfen aus dem nachwachsenden Rohstoff Kork um 18 %. Dies bedeutet bei gleichbleibenden Tendenzen, dass 2015 nur noch 5 % aller Weine mit Naturkorken verschlossen sein werden.

Selbst in Erzeugerländern wie Spanien und Portugal steigt der Anteil der Konsumenten die den neuen Weinverschlüssen positiv gegenüber stehen und sogar für vorteilhaft erachten. Wird dieser Trend anhalten oder sogar zunehmen, verliert damit die Kork-Eiche nach und nach an Bedeutung, denn die Nutzung der Korkkruste ist die einzige wirkliche wirtschaftlich bedeutsamen Legitimation für diese Baumart in der Kulturlandschaft. Für eine Eichelmast und Brennholzlieferung bedarf es dieser Art nicht, hier ist die Stein-Eiche konkurrenzstärker.

Die mit der Kork-Eiche verbundene sozio-ökonomisch bedeutsame Kulturlandschaft ist bedroht ist. Eine wichtige Wertschöpfungsquelle für den ländlichen Raum wird beeinträchtigt. Und mit ihm zahlreiche Arbeitsplätze in klein- und mittelständische Unternehmen, deren Verlust wiederrum die Emigration in die urbanen Gebiete fördert wird.
Hinzu kommt der Verlust von wertvollen Lebensräumen in einem Kulturökosystem, welches in Bezug auf seine Artenvielfalt und die Seltenheit der in ihm lebenden Arten europaweit einzigartig ist. Es ist zu befürchten, dass Kork-Eichenbestände gerodet werden, die Flächen anschließend aber nicht mit Stein-Eichen und anderen mediterranen Baumarten nachhaltig bepflanzt, sondern in landwirtschaftliche Intensivflächen umgewandelt oder mit schnellwüchsigen Nadelbaumarten aufgeforstet werden. Der Pardelluchs, Iberische Kaiseradler, Wiedehopf und Blauelstern und viele weitere, zum Teil vom Aussterben bedrohte oder im Rückgang begriffene Arten haben dann das Nachsehen.
Um den Vormarsch der neuen Verschlüsse Einhalt zu gebieten, deren Vorteile zudem noch in der Diskussion stehen, gibt es nur eines: der Konsum von Weinen, die mit einem Korkkorken verschlossen sind.
Weinkenner wissen, dass nur Wein mit Korkverschuss atmen kann und bei einem guten Wein dieser Verschluss nicht fehlen darf. Auch der von Befürwortern der auf fossilen Rohstoffen basierenden Kunststoffkorken immer wieder angeführte „typische Korkgeschmack“ von Weinen, kann in der Realität meist nicht ausschließlich auf den Korken zurückzuführen werden. In neun von zehn Fällen war die Verarbeitung des Korkens nicht sachgerecht. Mit sachgerechten Verarbeitung qualitativ hochwertiger Korkkorken ist also jeder Wein bestens verschlossen.





Korkverarbeitung
Fotos: O. Lange
20.04.2006
20 Jahre nach Tschernobyl: Spanien schaltet sein erstes Kernkraftwerk ab.
Am 30. April ist es soweit. Die Kaffeekanne geht vom Netz.

Die Ursprünge der Kernenergienutzung in Spanien sind bis in die Zeit Francos zurückzuführen. Neben der, vorgeschobenen, zivilen, wurde jedoch vor allem eine militärische Nutzung angestrebt. Waren zu Beginn der 1970er Jahre noch 40 AKW geplant, wurde dieser Kurs mit der Wahl der Sozialisten 1982 korrigiert und viele der geplanten Projekte zurückgezogen. Noch gibt es neun Kernkraftwerke an sieben Standorten mit insgesamt 7.600 MW Leistung, der 30. April ändert diese Tatsache jedoch, da das erste Kernkraftwerk am Ende seiner Laufzeit geplant stillgelegt wird.

Bereits 1968 ging das erste Kernkraftwerk Jose Cabrera, nur kurz Zorita genannt (das benachbarte Dorf heißt Almonacid de Zorita), in der Provinz Guadalajara ans Netz. 1971 und 1972 folgten zwei weitere Kraftwerke, Santa Maria de Garoña in der Provinz Burgos und Vandellos I in Katalonien, welches leider eine traurige Berühmtheit erfuhr. 1989 kam es zu einem Unfall (Level 3 auf der INES-Skala für Atomunfälle). Es brach ein Feuer im Kraftwerk aus, mit der Folge, dass der betroffene erste Block abgestellt wurde und im selben Jahr ganz vom Netz genommen wurde. Dieser Block, seit 1988 ist mit Vandellos II ein zweiter Block in Betrieb, wird zu Zeit demontiert und stellt damit Spaniens ersten Reaktor dar, der zwangsweise zurück gebaut wird.
Über diesen Unfall hinaus, schrammte Spanien im Dezember 2003 haarscharf an einem GAU vorbei. Der schwerwiegende Zwischenfall ereignete sich am 6.- Dezember 2003 um 12 Uhr Mittags im Kernkraftwerk Zorita, verharmlosend auch die alte Kaffeekanne, "La vieja cafetera", genannt. Es fiel das zentrale Sicherheitssystem aus, was eine Überhitzung des Reaktors regelt und diese verhindern soll. Laut Störfallbericht des Betreibers (Union Fenosa) hätte im Überhitzungsfall eine Abkühlung durch zu geringe Durchflußmengen im Kühlsystem eine solche nicht verhindern können. Um die Tragweite zu verdeutlichen: Gleiches passierte in Tschernobyl, was schließlich zum bekannten Unglück führte. Alarmierend neben dem "vorbei schrammen" an einem Super-GAU ist die Tatsache, dass der Betreiber offensichtlich wenig Neigung verspürte, diesen Vorfall dem Consejo de Seguridad Nuclear (CSN), dem Rat für nukleare Sicherheit, zu melden, wozu er gesetzlich verpflichtet ist. Erst nach 34 Stunden wendete Unión Fenosa sich an den CSN. Da war die gesetzliche Meldefrist bereits 10 Stunden abgelaufen. Der Reaktor wurde nach dem Zwischenfall zwangsabgeschaltet, was das 5. unplanmäßige herrunterfahren der alten Kaffekanne in seiner Laufzeit bedeutete. Einer dieser Stillstände dauerte mehr als ein Jahr, als 1994 171 Risse im Reaktorkessel entdeckt wurden. Doch die Liste der Störfälle des "Fossils", ein weiterer Spitzname, ist lang. In den Jahren 1968 bis 1973 emittierte die Kaffekanne mehr Radiaktivität als der gesetzliche Grenzwert zulässt, einen Austritt von Radiaktivität gab es auch 1995, verbunden mit einem Feuer, im Mai 2001 waren vier der 26 Ventile die einen radioktiven Austritt aus dem Reaktor verhindern sollen, länger als erlaubt geöffnet gewesen und im Jahr 2002 kam es bei dem wechseln der Brennstäbe zu einem Unfall mit einem Kran, der gegen den Reaktorkessel stieß. Beunruhigend ist besonders der Hinweis von 1997 des Instituto Carlos III, dass die Krebsrate der Verdauungsorgane in der Region um Zorita, dass Vierfache des Landesdurchschnitts übersteigt.
Nach dem Störfall Ende 2003 forderte Greenpeace die vorzeitige Stilllegung des Fossils, welches noch eine Betriebserlaubnis bis zum 30. April 2006 besitzt. Die konservative Partei unter Ministerpräsident Aznar (bis März 2004) stand dieser Energiequelle grundsätzlich positiv gegenüber, was sich darin äußerte, dass sie einen Atomausstieg kategorisch ablehnte und sogar verlängerte Restlaufzeiten über die gesetzlichen Betriebszeiten hinaus forderte, zumindest jedoch die volle Laufzeit genehmigen wollte. Bei dem störfallanfälligen Altreaktor "Zorita" wollte die Regierung dem Betreiber die offizielle Laufzeit von 40 Jahren bis 2009 zusagen, musste sich aber dem Druck des CSN beugen, der damals eine Betriebsverlängerung bis 2006 erlaubte. Dieses Datum ist nun gekommen und am 30. April geht der erste Reaktor offiziell vom Netz. Der Betreiber wurde verpflichtet, zusammen mit den zuständigen Behörden ab 2004 die Schließung und den Rückbau auszuarbeiten. Der Rückbau wird voraussichtlich bis 2015 dauern und sehr viel Geld kosten. Geplant ist eine Zwischenlagerung der radioaktiven Brennstäbe auf dem Betribegelände.
Für einen Ausstieg aus dieser Technologie sprechen sich neben der Sozialistischen Partei (PSOE: Partido Socialista de Obreros Españoles) auch die Vereinigte Linke, die Baskischen Nationalisten sowie die Kanarische Koalition aus. Die PSOE trat bei den Wahlen 2004 auch mit dem Versprechen einer Änderung der Energieversorgung an. Im Wahlprogramm der PSOE ist der Ausstieg aus der nukleraren Energiebereitstellung festgeschrieben, dessen Anteil durch "sauberere, sicherere und kostengünstigere Energiequellen substituiert" werden soll. Als ein mögliches Ausstiegsdatum hört man immer wieder das Jahr 2015.

14.04.2006
Mit der Naturwerkstatt zum Rio Lima

Im äußersten Nordwesten Portugals befindet sich die Region Minho, eine abwechslungsreiche grüne Landschaft mit mildem Atlantikklima und einer lebendigen Tradition. Neben dem namensgebenden Rio Minho an der Grenze zum spanischen Galizien, zieht auch die Gegend entlang dem südlich davon verlaufenden Rio Lima den natur- und kulturinteressierten Reisenden in ihren Bann. Ganz im Osten liegt dort die Berglandschaft des einzigen portugiesischen Nationalparks namens Peneda-Gêres. Er beherberg bis heute endemische Pflanzen, Adler, Wölfe und verwilderte Pferde. Auf dem Weg des Rio Lima in Richtung Atlantik erreicht der Fluss das hübsche Ponte de Lima, Hauptstadt des ländlichen Tourismus in Portugal: Man kann dort in traditionsreichen Landsitzen nächtigen, die oft seit Jahrhunderten im Besitz einer Familien sind (Infos unter www.center.pt). Bei Viana do Castelo mündet der Rio Minho schließlich in den rauen Atlantik.

Diese unvergleichliche portugiesische Gegend können Sie nun mit dem kleinen, in Ponte de Lima ansässigen Tourismusanbieter Oficina da Naturzea (Naturwerkstatt) aktiv erleben. Die Oficina bietet ein übersichtliches Programm im Natur-, Wander- und Ökotourismus und kombiniert ihr Angebot mit dem Kennenlernen der regionalen Tradition, Kultur und Geschichte. Auch die regionale Küche kommt dabei nicht zu kurz.
Die Oficina da Natureza informiert auf ihrer Internetseite www.oficinadanatureza.pt über die jeweils aktuellen Angebote und lädt so ein, diese sehenswerten Teil Portugals zu Entdecken und zu Verstehen. Seit kurzem ist der Internetauftritt der Naturwerkstatt auch auf deutsch verfügbar.


 




19.03.2006
Ecovia do Litoral

Radfahren entlang der Algarveküste, das verhieß bisher große Orientierungsschwirigkeiten während der Fahrt entlang der Vielzahl kleiner, küstennaher Straßen. Alternativ blieb da dem Radler noch die vielbefahrenen N125. Sie erlaubte es dem Radfahrer schnell voranzukommen, wobei aber das Urlaubserlebnis doch weitgehend auf der Strecke bieb.
Mit all dem hat es bald ein Ende, den seit März 2006 laufen die Arbeiten an der Ecovia do Litoral! Dieser Radweg verbindet die Orte Vila Real de Santo António, Tavira, Olhão, Faro, Albufeira, Lagoa, Portimão, Lagos, Sagres und führt weiter bis zum Cabo de São Vicente. Die Ecovia soll dem Radreisenden auf insgesamt 214 km entlang schöner kleiner Straßen oder extra Radwegen die Schönheiten der Südküste Portugals näherbringen und das alles aufgrund einer Ausschliderung ohne Orientierungsprobleme. Bereits im Jahr 2007 soll die Ecovia eröffnet werden. Wir sind gespannt.


Strand bei Lagos
Foto: B. Krüger

09.03.2006
Tipps für den bewussten Urlaub
. Verbraucher Initiative, VCD und WWF stellen „Einkaufsführer Bewusst Reisen“ vor

Berlin (wwf) - Wer im Urlaub die Umwelt schonen und die regionale Wirtschaft stärken will, bekommt jetzt praktische Tipps an die Hand. Die Verbraucher Initiative, der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) und der WWF stellen auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin den „Einkaufsführer Bewusst Reisen“ vor. Die kostenlose Broschüre gibt viele praktische Tipps von der Abreise bis zur Verpflegung, vergleicht die Umweltfolgen von Flugzeug, Auto, Bahn und Bus und empfiehlt nationale und internationale Umweltzeichen. Sie enthält mit dem Reisekompass auch einen übersichtlichen Qualitätscheck für bewusstes Reisen. Der Kompass ist ab sofort auch im Internet über www.reisekompass-online.de verfügbar.

Die Deutschen gaben 2004 etwa 53 Milliarden Euro für Reisen aus - und der Markt wächst weiter. Doch das Geschäft hat Schattenseiten: Der Reiseverkehr schadet dem Klima, in den Urlaubsländern wächst der Verbrauch an Wasser und Energie. Landschaften werden zersiedelt, Mensch und Natur mit Lärm, Abgasen und Abfall belastet. Vor allem in Entwicklungsländern mehren sich in den Tourismushochburgen soziale Probleme wie Prostitution oder Kinderarbeit.

„Das eigene Reiseverhalten entscheidet mit darüber, in wieweit Mensch und Natur in Mitleidenschaft gezogen werden. Mit Hilfe des Einkaufsführers können sich Touristen schnell einen Überblick verschaffen, um aus dem unübersichtlichen Reisemarkt die nachhaltigen Angebote herauszufiltern“, so Ralf Schmidt-Pleschka von der Verbraucher Initiative.

„Jeder Euro kann zu Gunsten oder zum Schaden der Natur ausgegeben werden“, betont Birgit Weerts vom WWF und nennt einige Beispiele: „Auf der griechischen Insel Zakynthos vertreiben Touristen die Meeresschildkröten von den Brutstränden. Und der hohe Wasserverbrauch von Hotels und Golfplätzen am Mittelmeer trocknet wertvolle Feuchtgebiete aus. Anderseits bilden zahlende Touristen, die gerade wegen der intakten Landschaften in eine Region reisen, für die lokale Bevölkerung einen Ansporn, die Natur zu erhalten.“

Entscheidend für die Umweltbilanz einer Reise ist nicht zuletzt die Wahl der Verkehrsmittel. „Bei einem Urlaubsflug nach Mallorca wird das Klima so geschädigt wie durch ein Jahr Autofahren“, erläutert Petra Bollich vom VCD. „Wir empfehlen daher, in jedem Fall Alternativen zum Flugzeug sorgfältig zu prüfen. Sollte es mal nicht ohne Flieger gehen, bieten umweltbewusste Veranstalter einen Ausgleich durch Einzahlung in Klimaschutzprojekte an.“


www.reisekompass-online.de

 

15.02.2006
Gewählt! Dupont-Lerche wird Vogel des Jahres 2006 in Spanien


Knapp 1.500 Personen nahmen an der Wahl zum Vogel des Jahres teil. Die Stimmenabgabe erfolgte über die Webseite von SEO/BirdLife (www.seo.org). Die Dupont-Lerche (Chersophilus duponti), eine Art, die in der spanischen Roten Liste der Vögel als stark gefärdet eingestuft ist, erhielt die meistene Stimmen.

Es standen drei Arten zur Auswahl: die Rauchschwalbe (Hirundo rustica, span.: Golondrina Común), die auf den Kanaren beheimatete Kragentrappe (Chlamydotis undulata, span.: Avutarda Hubara, auch: Hubara Canaria) und die Dupont-Lerche (in Spanien meist als Alondra Ricotí (Ricotí-Lerche) bezeichnet. Die Dupont-Lerche gewann mit einem hauchdünnen Vorsprung (660 Stimmen, 44 %) vor der Rauchschwalbe (641 Stimmen, 43 %). Die Kragentrappe erhielt nur 187 Stimmen (12 %).

Das Verbreitungsgebiet dieser Lerchenart ist eng umgrenzt. Es liegt ausschließlich in den Steppenregionen Spaniens und Nordafrikas. In Spanien kommt die Art in acht Autonomen Regionen (Comunidades Autónomas) vor: Castilla y León, Aragón, Navarra, Castilla-La Mancha, Andalucía, Murcia, Valencia y Cataluña, mit den Verbreitungsschwerpunkten im Ebrobecken Aragons und im südlichen Teil der Provinz Soria (Kastilien und León). Das besiedelte Areal umfasst nur 500 km2, aufgeteilt in 50 - 70 verstreut liegenden Zonen, mit zum Teil geringsten Bestandsdichten, wie z.B. 5 Vögel in Murcia Die Art befindet sich in einer Regression, mit einem Gesamtbestand an Brutpaaren von 13.000 Paare in Spanien (lt. Atlas de las aves reproductoras de España, MINISTERIO DE MEDIO AMBIENTE, SEO/BIRDLIFE, 2004). Mehr Informationen unter: www.seo.org

Die Art besiedelt spärlich bewachsene steppenartige Lebensräume und ist ein Bodenbrüter. Die verstecke Lebensweise und die geringe Flugneigung machen es schwer, sie zu entdecken, auch wenn sie Flächen besiedelt, wo sichtstörende vertikale Elemente zur Seltenheit gehören. Am besten ist diese Art daher anhand ihres unverwechslebaren Gesanges aufzufinden, der in den Morgen- und Abendstunden, unter bestimmten Witterungsbedingungen (Windstille, keine Bewölkung) auch Nachts, vorgetragen wird.

Typischer Lebensraum der Dupont-Lerche im Süden der Provinz Burgos (Kastilien und León). Der Lebens-raumverlust (Intesivierung, Aufforstung) stellt die bedeutendste Bedrohung für diese Art dar.

NACHRICHTEN 2008

NACHRICHTEN 2005

NACHRICHTEN 2004